Tiefer Abstieg. Die Unterwelt des Vaucluse

Die Karstlandschaft des Vaucluse ist von unzähligen Spalten, Gängen und Höhlen durchzogen. Sie heißen in Frankreich Gouffre oder Aven und mehr als 600 davon zählen Höhlenforscher allein rund um den kleinen Ort Sault. Manche dieser Schachthöhlen sind absolut spektakulär.

In die Tiefe von 746 Meter hinab führt zum Beispiel die Höhle Le Trou Souffleur bei Saint Christol und 667 Meter sind es beim Aven du Caladaïre am Rande von Monsalier. Neben vielen weiteren „Höllenschlunden“ nehmen sie auf einer 1.100 Quadratkilometer großen Fläche das Ablauf- und Sickerwasser des Mont Ventoux, der Montagne de Lure sowie des Plateau de Vaucluse auf und leiten es bis zu den undurchlässigen Schichten in der Unterwelt des Karst. Dort staut sich das gigantische Reservoire des Albion-Flusses, um bei hohem Wasserstand bei Fontaine de Vaucluse als Fluss Sorgue wieder zu entspringen. Weiterlesen

Was für ein Theater! Das Festival in Avignon

Es wird heiß sein. Es wird voll sein. Es wird fantastisch sein. Und das zum siebenundsechzigsten Mal.

Vom 5. bis zum 26. Juli wird Avignon mit über vierzig Aufführungen an rund zwanzig verschiedenen Orten zur größten Theaterbühne Europas mutieren. Wie immer, wird alles anders und spannend sein, werden neue Akzente gesetzt und kreative Höhepunkte des europäischen Theaterschaffens gezeigt. An der Vorbereitung der diesjährigen Theaterfestspiele waren als „artiste associé“ der kongolesische Autor, Schauspieler und Regisseur Dieudonné Niangouna und der französische Regisseur Stanislas Norday beteiligt. Das beeindruckende Programm zeigt die Intention der beiden Theatermacher, die Belange zukünftiger Generationen und junger Menschen in den Fokus zu rücken. Weiterlesen

Wegweisend. Wandertipps für das Département Vaucluse

Es ist der Duft von Thymian, der berauscht. Klein und krautig wächst er nahezu überall, selbst aus Felsspalten, in denen kaum Sandkörner Halt finden, wuchern dichte Sträucher und lassen jede Wanderung durch die Provence zu einem einmaligen Dufterlebnis werden.

An Möglichkeiten, dies selbst zu erfahren, fehlt es nicht. Ein dichtes und in der Regel gut gekennzeichnetes Wegenetz, exzellentes Kartenmaterial und eine Fülle interessanter Wandertipps sind die Grundlage für Touren aller Schwierigkeitsgrade. Richtig alpin wird es dabei zumindest im Département Vaucluse nur selten und mit dem Mont Ventoux erreicht dort auch nur ein Berg knapp die 2.000er-Marke. Der Höhenzug des Plateau de Vaucluse schwankt zwischen rund 800 und 1.100 Metern Höhe. Der Luberon (Montagne du Luberon) erreicht im westlichen Teil (Petit Luberon) rund 700 Meter, im östlichen (Grand Luberon) eine Höhe von rund 1.100 Metern. Der karstige Untergrund des Vaucluse sorgt allerdings recht häufig für schroffe Felsabbrüche, beeindruckende Schluchten und ein insgesamt anspruchsvolles Wanderrevier. Weiterlesen

Göttliche Gärten. Das ethnobotanische Museum am Kloster Salagon

Über Notre-Dame de Salagon ist der Himmel gerahmt. Im Süden durch den Grand Luberon mit dem 1.125 Meter hohen Mourre Négre, im Norden durch den 1.826 Meter hohen Gebirgszug der Montagne de Lure. Dazwischen liegt, malerisch auf einem kleinen Hügel im sanft welligen Agrarland, die alte Prieuré. Bereits im ersten nachchristlichen Jahrhundert stand auf diesem Hügel ein römischer Gutshof. Die gut erhaltenen Mauerreste sind teilweise unter dem heutigen Gebäudekomplex freigelegt und zu besichtigen. Wenige Kilometer südlich verläuft die Via Domitia. Die zwischen 120 und 118 v.Chr. erbaute Römerstraße verband als erster Landweg Italien mit Spanien. Sie ist in vielen Abschnitten heute noch erhalten (unter anderem die Pont Julien, die rund 50 Kilometer weiter westlich bis 2005 noch Teil der stark befahrenen Departementstraße 108 war). Weiterlesen

Das Gelbe vom Ventoux. Die Renaissance der päpstlichen Safranfelder

Vermutlich brachten Kreuzritter den Safran auf dem Rückweg vom Heiligen Land in das provenzalische Vaucluse. Im 14. Jahrhundert – während des „babylonischen Exils“ der Päpste in Avignon – gewann der Anbau des violetten Krokus (crocus sativus) eine große wirtschaftliche Bedeutung. Die intensive Kultur ernährte im 17. Jahrhundert noch 160 Safranbauern am Fuß des Mont Ventoux, bis der Safran im 19. Jahrhundert schließlich ganz aus der Region verschwand.
Heute findet rund um den Mont Ventoux eine Renaissance für die teuerste Gewürzpflanze der Welt statt. In vier Betrieben wird wieder Safran angebaut, zwei davon können besucht werden: Weiterlesen

Neue Einblicke. GEO SPECIAL PROVENCE erschienen

Punktgenau zur Reisesaison steht bei diesem SPECIAL Marseille – Europas Kulturhauptstadt 2013 – im Mittelpunkt. Die 2.600 Jahre alte Mittelmeermetropole will sich neu erfinden. So entwickeln sich rund um Vieux Port, dem alten Hafen im Zentrum, zukunftsweisende Großprojekte. Namhafte und visionäre Architekten wie Rudy Ricciotti oder Sir Norman Foster geben der Stadt zukünftig ein neues Gesicht. Der GEO-Band wirft aber auch einen Blick in die versteckten Winkel der Vielvölkerstadt, in der immerhin knapp ein Viertel der 850.000 Einwohner Muslime sind. Weiterlesen