Kontrastreich. Gigondas und die Dentelles de Montmirail

Als jucundus – angenehm, heiter, liebenswürdig – charakterisierte man erstmalig im Jahr 950 den Siedlungsflecken am Fuß der Dentelles de Montmirail. Mittlerweile hat sich das lateinische Adjektiv zum Namen Gigondas gewandelt. Angenehm ist es in dem kleinen Winzerdorf allerdings geblieben. Hinter der Festungsmauer, die über die letzten Häuser am Berghang hinausragt, steigen die scharfen Spitzen (Dentelles) von Kalkfelsen in den provenzalischen Himmel. Graue, unwirklich wirkende Platten, die sich vor Millionen von Jahren lotrecht aufgefaltet haben. Darunter schmiegen sich Weingärten an eine sanfte, zum Fluss Ouvèze abflachende Hügellandschaft. Hier wächst der Stolz der Gemeinde – Trauben der Rebsorten Grenache, Syrah und Mourvèdre, aus denen wuchtige Rotweine gekeltert werden. Seit 1971 dürfen die Winzer ihren Wein auch mit der Herkunftsbezeichnung Gigondas AOC (Appellation d’Origine Contrôlée) vermarkten. Weiterlesen