Natürlich blond. Francesco Petrarcas Laura

Sie war blond. Sie war jung. Sie war schön Laura, Francesco Petrarcas sorgfältig konzipierte Muse, der er in 366 Versen huldigte. Von 1356 bis zu seinem Tod arbeitete er immer wieder an den Liebesgedichten an Laura. Veröffentlicht hat er sie nie und namentlich taucht die Angebetete nur einmal darin auf. Als Canzoniere ging das Werk in die Literaturgeschichte ein und begründete Petrarcas Ruf als bedeutendster Lyriker des Abendlandes. Weiterlesen

Was für ein Theater! Das Festival in Avignon

Es wird heiß sein. Es wird voll sein. Es wird fantastisch sein. Und das zum siebenundsechzigsten Mal.

Vom 5. bis zum 26. Juli wird Avignon mit über vierzig Aufführungen an rund zwanzig verschiedenen Orten zur größten Theaterbühne Europas mutieren. Wie immer, wird alles anders und spannend sein, werden neue Akzente gesetzt und kreative Höhepunkte des europäischen Theaterschaffens gezeigt. An der Vorbereitung der diesjährigen Theaterfestspiele waren als „artiste associé“ der kongolesische Autor, Schauspieler und Regisseur Dieudonné Niangouna und der französische Regisseur Stanislas Norday beteiligt. Das beeindruckende Programm zeigt die Intention der beiden Theatermacher, die Belange zukünftiger Generationen und junger Menschen in den Fokus zu rücken. Weiterlesen

Göttliche Gärten. Das ethnobotanische Museum am Kloster Salagon

Über Notre-Dame de Salagon ist der Himmel gerahmt. Im Süden durch den Grand Luberon mit dem 1.125 Meter hohen Mourre Négre, im Norden durch den 1.826 Meter hohen Gebirgszug der Montagne de Lure. Dazwischen liegt, malerisch auf einem kleinen Hügel im sanft welligen Agrarland, die alte Prieuré. Bereits im ersten nachchristlichen Jahrhundert stand auf diesem Hügel ein römischer Gutshof. Die gut erhaltenen Mauerreste sind teilweise unter dem heutigen Gebäudekomplex freigelegt und zu besichtigen. Wenige Kilometer südlich verläuft die Via Domitia. Die zwischen 120 und 118 v.Chr. erbaute Römerstraße verband als erster Landweg Italien mit Spanien. Sie ist in vielen Abschnitten heute noch erhalten (unter anderem die Pont Julien, die rund 50 Kilometer weiter westlich bis 2005 noch Teil der stark befahrenen Departementstraße 108 war). Weiterlesen