Himmlisches Shopping. Vom Kaufrausch in provenzalischen Klosterläden

Man erwartet Geduld und die wird gerne erbracht. Himmlisches Shopping ist eben nur dann möglich, wenn die frommen Schwestern und Brüder nicht in ihren Andachten vertieft sind, was dreimal während der gewohnten „Shoppingzeit“ der Fall ist. Dann hilft dem konsumfreudigen Klosterbesucher der Blick auf die weitläufigen Klosteranlagen und meist liebevoll gepflegte Gärten, die Ruhe und Erhabenheit des Einkaufsortes oder aber die Teilnahme an den Gottesdiensten. Danach verlocken Angebote aus klösterlichen Produktionen, die oft von ungewöhnlicher Beschaffenheit und meist von außergewöhnlicher Qualität sind. Und was so den Käufer beglückt, ist für die Ordensgemeinschaften oft die wichtigste Grundlage ihrer Existenz. Weiterlesen

Magische Bücherwelt. Die Kornblume des Monsieur Gattefossé

Banon liegt abseits. Hier war jahrhundertelang das Ende der Welt verortet – umgeben von schrundigen Felsen, Eichen- und Kastanienwäldern, Lavendel, Ziegen und Einsamkeit. Bis heute führt kein nennenswerter Verkehrsweg in diese provenzalische Idylle, die in den letzten dreiundzwanzig Jahren für Bibliophile zum Nabel der Französischen Republik geworden ist.

Die Ursache dafür ist die Buchhandlung Le Bleuet – zu Deutsch Die Kornblume – des Joël Gattefossé. Die Librairie durchzieht mit dem verzaubernden Geflecht ihrer magischen Bücherwelt ein pittoreskes Ensemble altertümlicher Häuschen im Zentrum des Tausend-Seelen-Ortes Banon. Dort stehen mehr als zweihunderttausend Bücher dicht an dicht in Alleen heller Holzregale. Eine Million weiterer Werke sind jetzt in einem neuen Gebäude am Dorfrand untergebracht. Damit ist Le Bleuet an die Spitze der größten französischen Buchhandlungen gerückt.
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Das Gelbe vom Ventoux. Die Renaissance der päpstlichen Safranfelder

Vermutlich brachten Kreuzritter den Safran auf dem Rückweg vom Heiligen Land in das provenzalische Vaucluse. Im 14. Jahrhundert – während des „babylonischen Exils“ der Päpste in Avignon – gewann der Anbau des violetten Krokus (crocus sativus) eine große wirtschaftliche Bedeutung. Die intensive Kultur ernährte im 17. Jahrhundert noch 160 Safranbauern am Fuß des Mont Ventoux, bis der Safran im 19. Jahrhundert schließlich ganz aus der Region verschwand.
Heute findet rund um den Mont Ventoux eine Renaissance für die teuerste Gewürzpflanze der Welt statt. In vier Betrieben wird wieder Safran angebaut, zwei davon können besucht werden: Weiterlesen