Göttliche Gärten. Das ethnobotanische Museum am Kloster Salagon

Über Notre-Dame de Salagon ist der Himmel gerahmt. Im Süden durch den Grand Luberon mit dem 1.125 Meter hohen Mourre Négre, im Norden durch den 1.826 Meter hohen Gebirgszug der Montagne de Lure. Dazwischen liegt, malerisch auf einem kleinen Hügel im sanft welligen Agrarland, die alte Prieuré. Bereits im ersten nachchristlichen Jahrhundert stand auf diesem Hügel ein römischer Gutshof. Die gut erhaltenen Mauerreste sind teilweise unter dem heutigen Gebäudekomplex freigelegt und zu besichtigen. Wenige Kilometer südlich verläuft die Via Domitia. Die zwischen 120 und 118 v.Chr. erbaute Römerstraße verband als erster Landweg Italien mit Spanien. Sie ist in vielen Abschnitten heute noch erhalten (unter anderem die Pont Julien, die rund 50 Kilometer weiter westlich bis 2005 noch Teil der stark befahrenen Departementstraße 108 war).

Der eigentliche Höhepunkt von Salagon ist aber das ethnobotanische Museum, das sich mit einer Vielzahl thematischer Gärten um die traumhaft schöne Klosteranlage gruppiert. Das Anliegen dieses lebendigen Museums ist der Erhalt und die Kultivierung der traditionellen provenzalischen Pflanzenwelt. Forschung, Dokumentation und nicht zuletzt die Erschließung des überlieferten Wissens in der Provence, sollen langfristig das botanische Erbe der Region in seiner Vielfalt und Schönheit bewahren helfen. Das Themenspektrum umfasst dabei mehr als 600 Heil-, Gift- und Gewürzpflanzen, aber auch Blüten- sowie eine Auswahl bei uns heimisch gewordener Pflanzen anderer Kontinente.

Die Ostseite des Klosters Salagon

Die Ostseite des Klosters Salagon

Die Klosteranlage selbst beherbergt ein landwirtschaftliches Museum mit wechselnden und festen Ausstellungen, einen Buchshop mit umfangreichem thematischem Angebot und einen Pflanzenverkauf. Auf der weitläufigen Freifläche gibt es einen Picknick- und einen Spielplatz, und rund ums Jahr finden zudem zahlreiche Veranstaltungen im Freien oder in der alten Klosterkirche statt. Für Schulen und Gruppen werden spezielle Programme angeboten.
Da viele Pflanzen erst in der zweiten Maihälfte in die Gärten verlegt werden, ist ein Besuch vorher wenig ergiebig.

In den Klostergärten von Salagon spielt auch der Krimi „Grün. Le vert de la Provence“. Im Buch trägt das Kloster den Namen Abbaye Saint-Pierre.

Informationen (leider mehrheitlich nur auf Französisch): www.musee-de-salagon.com/

Anreise
Département: Alpes-de-Haute-Provence
Ort: Mane (vier Kilometer westlich von Forcalquier)
Straße: in unmittelbarer Nähe der RN 100

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Alle Angaben ohne Gewär. Stand Juni 2013. © www.tom-burger.de

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