Tatort Provence. Ein Reiseführer auf den Spuren von Kommissar Luc Vidal

tatortprovence_titel_kleinWo sind sie denn nun wirklich, die Orte, an denen die Haute Provence nicht nur schön, sondern auch schaurig ist, weil Missgunst, Habgier, Mord- und Wollust walten? In diesem Buch stelle ich sie vor. Es ist das »Making-of« der Krimis, weil jeder einzelne dieser Schauplätze durch seine Magie und seine Geheimnisse entscheidend zu den Geschichten beiträgt. Und immer warten diese oft versteckten Perlen der Provence mit einem riesigen Entdeckungspotenzial auf.

Damit meine Leser dieses Potenzial bei ihrem nächsten Urlaub hinreichend ausschöpfen können, gibt es viele weiterführende Infos und Tipps. Die beschriebenen Orte werden nach meinen beiden Kriminalromanen Grün. Le vert de la Provence und Das Bücherhaus getrennt vorgestellt. Den beschriebenen Handlungsorten sind jeweils kurze Zitate aus meinen Kriminalromanen zugeordnet.

Provence-Reiseführer auf den Spuren von Kommissar Vidals Fällen

Der Reiseführer Tatort Provence führt auf den Spuren der Kriminalromane von Tom Burger zu 16 spannenden Zielen: den Tatorten in Kommissar Luc Vidals Provence. Es sind Urlaubs-Highlights für mehr Erlebnis und Abenteuer, mit magischen Plätzen, atemberaubenden Aussichten und versteckten Idyllen.

Erkunden kann man diese „mörderische Seite der Provence“ natürlich auch, ohne die Krimis gelesen zu haben. Meist sind die Orte und Routen noch Geheimtipps, die der Autor bei seinen Recherchen rund um den Mont Ventoux entdeckt hat.

Zum Beispiel die Rad- und Wanderroute entlang des verträumten Canal de Carpentras oder die geheimnisvolle, mehr als 1000-jährige Ruine des Klosters Prébayon, die versteckt zwischen den bizarren Klippen der Dentelles de Montmirail einen Dornröschenschlaf hält.

Der Reiseführer Tatort Provence. Auf den Spuren von Kommissar Vidals Fällen ist natürlich auch als E-Book z.B. für Smartphones erhältlich. Im Format ePub3 oder KF8 sind dabei nicht nur die Texte, sondern auch alle Fotos und Karten skalierbar, zudem können weiterführende Informationen, Hotel- und Restauranttipps direkt per Link aktiviert werden. Pop-ups mit Fußnoten, interaktive Inhaltsverzeichnisse und Indexeinträge sowie Suchfunktionen sind weitere Helfer für mehr Lesegenuss mit dem E-Book-Reisführer im Hosentaschenformat.

Tatort Provence. Auf den Spuren von Kommissar Vidals Fällen
Paperback 120 Seiten
15,99 EUR (D), 16,50 EUR (A)
ISBN: 978-3-945182-16-1

E-Book (ePub und Mobi)
9,99 EUR (D), 10,10 EUR (A)
ISBN: 978-3-945182-06-2

Leseprobe

Alle Rechte vorbehalten. © 2015 cleevesmedia, Meckenheim. Alle Veröffentlichungen – auch auszugsweise – nur mit ausdrücklicher Genehmigung durch den Verlag. www.cleevesmedia.de

Inhalt

Wie alles begann. Und plötzlich ist die Provence kein friedlicher Ort mehr …

Grün. Le vert de la Provence

1 | Luc Vidals erster Fall (Sault, die Gorges de la Nesque und der Anstieg zum Plateau d’Albion)

2 | Blond, schön und tot – Wer ist das Mädchen vom einsamen Pass? (Zwischen Mont Ventoux und Gorges de la Nesque)

3 | Provenzalische Märkte – Wer ist Pauline? (Sault und Montbrun-les-Bains)

4 | Weltentrückt und nicht ungefährlich – (Der Plateau d’Albion, Saint-Christol, die Höhlen und Atomraketen)

5 | Das Grün der Provence – Die Gärten von Salagon (Simiane-la-Rotonde, Saint-Michel-L’Observatoire und die Prieuré Notre-Dame de Salagon)

6 | Höllenschlund ins Vaucluse – Bösewichts Ende (Haute Montsalier und der Gouffre du Caladaire)

7 | On The Road – Mit Luc Vidal unterwegs (Lioux, die Falaise de la Madeleine, Cavaillon, Avignon und Aix-en-Provence)

 

Das Bücherhaus

Francesco Petrarcas Provence

8 | Luc Vidals zweiter Fall (Séguret, Crestet und die Weine des Gigondas)

9 | Mörderisch schön – die Kalksteinspitzen von Montmirail (Die Dentelles de Montmirail und die Ruine des Klosters Prébayon)

10 | Seit 700 Jahren ungeklärt – Gibt es einen Petrarca-Code? (Der unterirdische Albion-Fluss, Fontaine-de-Vaucluse und L’Isle-sur-la-Sorgue)

11 | Der Canal de Carpentras – Versteckte Wege durch die provenzalische Idylle (Der Kanal, Carpentras, Pernes-les-Fontaines und das Aquädukt über die Sorgue)

12 | Ventosus – der Windige. Petrarcas Aufstieg zum Mont Ventoux (Malaucène, Wanderwege und Pass des Ventoux)

13 | Im Schatten des Giganten – Malaucène (Malaucène, Suzette und die Dentelles de Montmirail, die Abbaye Sainte-Madeleine und Le Barroux)

14 | Bauhaus im provenzalischen Outback (Das Stahly-Haus bei Crestet)

15 | Ein Pompeji des Nordens? Vaison-la-Romaine

16 | Ein Bücherhaus am Ende der Welt (Banon und die Buchhandlung Le Bleuet)

Was blieb unentdeckt? Die Splitter eines Juwels

Tipps

9 | Mörderisch schön – Die Kalksteinspitzen von Montmirail

Zitat aus dem Kriminalroman: Kurz vor elf erreichte er mit dem Mountainbike den höchsten Punkt seiner Fahrt. Der Dunstschleier des Morgens hatte sich gelichtet, nur ein Rest von Feuchtigkeit hüllte die Tallagen weit unten noch in ein diffuses Licht. Dahinter erhob sich wuchtig ein langgestreckter Bergkamm, die Crête de Saint-Amand, in den blassblauen Himmel. Die Bruchkante des Kalksteinmassivs ragte unwirklich aus dem Grün. (Kapitel »Der Laura-Komplex – 40«)

Im Kriminalroman Das Bücherhaus spielen die Dentelles de Montmirail eine besondere Rolle. Dort wird in der Enge der Täler Deckung gesucht und getötet.

dentelles_grand_montmirail_wanderungDrei parallele Kalksteinkämme falten sich wie Blätterkrokant auf einer Länge von 8 Kilometern von Südwest nach Nordost auf. Bis zu 80 Metern ragen diese Felsplatten senkrecht in die Höhe, unterhalb davon liegen steile, dicht bewaldete Hänge, die in teils tiefe, schmale Täler abfallen. Im Südwesten erreicht der Kamm des Grand Montmirail eine Höhe von 555 Metern, dann folgen die Dentelles Sarrasines (bis 627 Meter) und im Nordosten liegt mit 730 Metern der höchste Kamm, die Crête de Saint-Amand.

Mehr als 600 Wander- und Kletterrouten erschließen diese bizarre Bergwelt. Die Kletterpassagen erreichen Längen von bis zu 90 Metern und Schwierigkeitsgrade bis 8c. Das Netz der Waldwege und teilweise sehr schmalen Pfade ist zunehmend auch bei anspruchsvollen Mountainbikern ein beliebtes und meist sehr einsames Revier.

Das Wort Montmirail ist vom lateinischen mons mirabilis (bewundernswertes/erstaunliches Gebirge) abgeleitet und gleichzeitig auch der Namen eines sehr abgeschieden gelegenen Weilers im Süden der Berge. Ein Schlösschen und ein heute als Hotel genutztes Gebäude bildeten dort bis Ende des 19. Jahrhunderts einen Kurort, in dem so illustre Gäste weilten wie der provenzalische Dichter Frédéric Mistral oder Sarah Bernhardt (1844–1923), die zu ihrer Zeit als eine der bedeutendsten Schauspielerinnen der Welt galt.

Zwischen Felsen versteckt: die geheimnisvolle Klosterruine Prébayon

Er wirbelte mit dem Mountainbike über Stufen, Felsklippen und Wurzeln, schleuderte durch Kehren und kämpfte mit der Materie, der Gravitation, mit kinetischer Energie. Schließlich kündigte die Vegetation den Steilpass an. Noch dreißig Höhenmeter. Der Ritt auf einem tollwütigen Stier. Dann kämen die Schatten der Ruine, eine letzte Klippe, ein weiter Flug und schließlich die Landung vor den Mauerresten des Prébayon. Adrenalin pur!

Knapp 1 Kilometer nördlich der Crête de Saint-Amand durchschneidet der Ravin de Prébayon die Bergwelt der Dentelles. In dieser gut 100 Meter tief hinabreichenden Schlucht verbirgt sich, von der Wildnis überwuchert, die mehr als 1000-jährige Ruine des Klosters Prébayon. Im Kriminalroman instrumentalisiert der undurchsichtige Mönch Robert diese für seine nicht ganz frommen Zwecke.

Im 8. Jahrhundert, zur Zeit der maurischen Invasion in Südfrankreich, zog sich die Bevölkerung zum Schutz vor Plünderungen durch die als Sarazenen bezeichneten Invasoren oft in unwegsame Bergregionen zurück. So suchte auch eine Gruppe von Nonnen Schutz in einer unzugänglichen Schlucht der Dentelles. Im Jahr 787 gründeten sie auf einer kleinen Weidefläche unterhalb der Quelle des Trignon-Baches ihr Kloster Prébayon. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahme wurde die Abtei zerstört und im Jahr 850 dann erneut aufgebaut. Die Nonnen legten auch den ersten Weinberg der Region an.

Die Legende erzählt, dass der Teufel selbst die Nonnen verführt und eine Steinbrücke gebaut hat, die beim Kloster bis heute über den Trignon-Bach führt. Als Gott eines Tages diese Hinterlist entdeckte, ließ er im Winter des Jahres 962 im Zorn den Bach zu einer so gewaltigen Flut anschwellen, dass die Wasser das Kloster erneut zerstörten und zahlreiche Nonnen den Tod fanden. Die Überlebenden siedelten sich daraufhin 6 Kilometer bachabwärts in Saint-André-de-Ramières an. Seit dem Jahr 1145 gehört diese Ordensgemeinschaft zu den Kartäusern. Vom Kloster Prébayon sind lediglich die Brücke sowie Mauerreste einzelner Gebäude erhalten geblieben. Dieser sichtbare Rest lässt allerdings vermuten, dass noch weitaus größere Zeugnisse der Vergangenheit in der Erde schlummern, die vom Humus der vergangenen 1000 Jahre bedeckt sind.

Routeninfo: Rundwanderung entlang zweier Kämme der Dentelles

karte_dentelles_rundwanderung_sarrasinesVon der D90 (Beaumes-de-Venise Richtung Malaucène) beim Ortseingang von Lafar links auf Weinbergsweg ins Tal einbiegen und bis zum Pass bei der Chapelle St-Christophe fahren.
Zu Fuß weiter auf Fahrweg um die Dentelles Sarrasines zum Wanderparkplatz am Col du Cayron und weiter zum Aussichtspunkt am Rocher du Midi. Weg talwärts folgen bis zum Fuß der Grand Montmirail, dort (1) unmittelbar hinter Weinbergs­zufahrt (links) schmalen Pfad über Stufen aufwärts folgen und unterhalb des Kalksteinkamms zur Passage zum nächsten Kamm (2), dort links halten und über Felsnase und Abstieg bis Bachlauf. Nach Überquerung kurzer Anstieg, dann dem Talpfad folgen. Am Ende kurzer steiler Anstieg zum Fahrweg. Fanatstische Aussichten im Höhenbereich und alpines Feeling, Wanderschuhe zwingend erforderlich.
–  rd. 7,5 Kilometer/340 Höhenmeter Aufstieg, 357 Höhen­meter Abstieg
–  Karte: IGN 3040 ET

Ende der Leseprobe.

Den Kriminalroman erhalten Sie überall dort, wo es gute Bücher und E-Books gibt.

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